Antragsteller*in: | Pia Waffen (KV Erfurt) |
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A14: Pia Waffen
Selbstvorstellung
Liebe Freundinnen und Freunde,
ich bin erst in diesem Jahr den Grünen beigetreten, inhaltlich und gedanklich aber schon ein wenig länger dabei.
Was mich antreibt, ist die Vorstellung von einer gerechten Welt. Eine Welt, in der man morgens aufstehen kann, ohne damit konfrontiert zu werden, dass die Klimakrise unsere Existenz bedroht. Eine Welt, in der die Länder des globalen Südens nicht ständig gegen hegemoniale Strukturen des Westens kämpfen müssen, wo Ungerechtigkeit ausgelöscht wurde. Eine Welt, in der es keinen Platz für Rassismus und Diskriminierung gibt.
Warum ich kandidiere:
Bisher habe ich Politik nur von außen beobachtet, war aber noch nicht in einer Position zu gestalten. Dies möchte ich jetzt ändern und darum bitte ich um euer Vertrauen. Seit meinem Parteieintritt im März 2024 bringe ich mich aktiv bei den Grünen ein und möchte als Beisitzerin im LaVo Verantwortung für eine sozial gerechte, solidarische und zukunftsfähige Gesellschaft übernehmen. Da ich einigen noch unbekannt sein werde, möchte ich mich kurz vorstellen und euch erzählen, was mich antreibt.
Ich war schon in meiner Schulzeit interessiert an Politik und bin durch ein FSJ bei einer Bundestagsabgeordneten zu grüner Politik gekommen. Seit Oktober 2022 studiere ich “Internationale Beziehungen” an der Uni Erfurt. Der ein oder andere von euch dürfte mich schon auf einer Demo gegen Rechts, fürs Klima oder Frauenrechte oder im Wahlkampf gesehen haben. Ich habe während des Kommunalwahlkampfes fleißig an Haustüren geklingelt und bei der Landtagswahl unterstützt. Bis zur letzten Sekunde habe ich geglaubt, dass unser ganzer Einsatz sich ausgezahlt hat und wurde am Wahlabend bitter enttäuscht. Aber trotz dieses schlechten Ergebnisses dürfen wir nicht aufgeben, denn es gibt Menschen in diesem Bundesland, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben. Menschen, die Angst vor dem Erstarken rechter Kräfte haben, denen Naturschutz wichtig ist und die uns in der öffentlichen Debatte brauchen.
Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir als Grüne wieder das Selbstverständnis, Menschen etwas zuzutrauen, zur Grundlage unserer Politik machen müssen! Für mich steht die Würde des Menschen im Mittelpunkt. Ich möchte, dass wir nicht länger darüber reden, welche Obergrenze wir für Migration brauchen, sondern dass wir darüber sprechen, wie wir unsere Integrationspolitik verbessern können und müssen.
Ich möchte nicht, dass wir über Kürzungen beim Bürgergeld sprechen, und damit Kindern, die ohnehin schon armutsgefährdet sind, noch ein wenig Perspektive stehlen. Stattdessen müssen wir darüber reden, wie wir Bildung gerechter machen, Ungleichheit konsequent bekämpfen und allen, unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern, eine Perspektive bieten.
Wir müssen uns die Debatte über Migration zurückholen und über strukturelle Probleme reden, statt Flüchtlinge als “Messerstechern” zu diffamieren. Es darf nicht länger darum gehen, welche Kosten uns eine marginalisierte Gruppe verursacht - die sich nicht wehren kann, weil sie keine Lobby hat - sondern was es uns kostet, wenn wir uns nicht als Gesellschaft umeinander kümmern und aufeinander Acht geben.
Wir müssen Lösungsvorschläge anbieten, wie wir Armut (während es weltweit immer mehr Milliardär*innen gibt) abschaffen und wie wir Geflüchtete an der Gesellschaft teilhaben lassen können und für Perspektiven und Chancen stehen statt für Diffamierung und Reproduktion von Stereotypen und rechten Narrativen.
Position und Vision der Grünen in Thüringen
Gleichzeitig weiß ich aber auch, wie schwierig das ist. Dass man in Thüringen mit einigen leider ganz grundsätzliche Debatten führen muss. Ein Schlüsselerlebnis aus dem Wahlkampf, welches mich immer wieder nachdenklich werden lässt ist Folgendes: Ein Mann, der von Rumänien nach Deutschland immigriert ist, erzählte mir doch tatsächlich, dass die Flüchtlinge aus Syrien eine immense Gefahr für die Gesellschaft darstellen, da ihre Kultur doch nicht mit unserer zusammenpasst. Ich möchte kulturelle Gräben überwinden - egal wie viele Gespräche dafür nötig sind.
Ich bin mir bewusst, dass Aufwachsen in Thüringen eine andere Lebensrealität als meine eigene bedeutet. Dass das kulturelle Erbe der DDR bis in die heutigen Generationen hinein wirkt und prägt. Dass Unterschiede bei Einkommen, Rente und Vermögen messbar und spürbar die Lebensrealität prägen. Dass Ostdeutsche immer noch nicht angemessen repräsentiert sind und das Misstrauen in die Politik größer ist. Dass die Transformationserfahrung nach der Wende für viele mit Unsicherheit und Arbeitsplatzverlust einherging und dass wir all dies berücksichtigen müssen, wenn wir über Politik diskutieren. Ich finde es wichtig, meine eigene Rolle hier zu reflektieren und in der politischen Arbeit sensibel zu sein.
Die kommenden Jahre in Thüringen werden nicht einfach und als APO stehen wir vor großen Herausforderungen. Es geht leider eher weniger darum, zu gestalten, sondern darum laut zu sein. Es geht darum, sichtbar zu sein und auch im Kontrast zum erwartbaren Desaster im Landtag deutlich zu machen, dass ein anderes, empathisches, weltoffenes und vor allem soziales Thüringen möglich ist. Dafür müssen wir aber auch Strukturen halten, schlagkräftiger werden und neue Leute organisieren.
Meine Ziele im LaVo:
Als Beisitzerin im LaVo von Altgrün verstehe ich mich als euer Sprachrohr! Ich möchte unsere Position als grüne Jugend in den LaVo einbringen und dafür sorgen, dass eine laute linke Jugend wahr- und ernst genommen wird. Dafür werde ich mich eng mit dem Grüne Jugend LaVo abstimmen und möchte auch in der GJ Erfurt aktiver werden.
Außerdem sehe ich mich als Vermittlerin. Mein Anspruch ist es, die Kommunikation zwischen uns und der Altpartei zu stärken, nicht nur unsere Anliegen zu verteidigen, sondern im Austausch eng zusammenzuarbeiten. Ich weiß, dass das Verhältnis zwischen der GJ und den Altgrünen nicht einfach ist, ich selbst bin auch mit vielen Dingen unzufrieden, die gerade auf Bundesebene laufen. Aber nur gemeinsam sind wir stark!
Ich möchte meine eigene politische Rolle finden und dazu beitragen, dass wir als Grüne weiterhin sichtbar sind und dass wir auch in schwierigen Zeiten zusammenhalten. Bisher bin ich oft an Herausforderungen gewachsen und würde gerne als Beisitzerin im LaVo Verantwortung übernehmen. Auch wenn ich einigen von euch noch unbekannt bin, würde ich mich über euer Vertrauen freuen. Falls ihr Fragen zu mir und meiner Kandidatur habt, dürft ihr euch auch gerne privat bei mir melden (Mobil: +4915787424845, Mail: pia.waffen@web.de).
Lasst uns zusammen die Grundlage für eine solidarische, gerechte und ökologisch starke Zukunft legen. Dafür bitte ich um euer Vertrauen.
- Alter:
- 22
- Geburtsort:
- Engelskirchen